Impressum  I Kontakt  I Anfahrt  I Presse  I Rückblick   I Links

Veranstaltung   Kartenbestellung   Verein  Ensemble
 


PRESSESTIMME  - Wer trägt schon rosa Hemden? (John Graham)
 

 
 

Darmstädter Echo 25.01.2010: "Auch die Waschmaschine spielt mit ..."
Laientheater: Die Frankenstein-Bühne fragt in ihrem jüngsten Stück: "Wer trägt schon rosa Hemden?"

Die Oma schlägt dem Fass den Boden aus: Nicht nur, dass sie jeden für einen Einbrecher hält, nein, sie vergisst von einem auf den anderen Moment, dass sie auf Mallorca weilt. ,,Wir sind in den Ferien? Das hat mir keiner gesagt", kommt's resolut aus ihrem Mund. So nimmt das neue Stück ,,Wer trägt schon rosa Hemden?" der Frankenstein-Bühne im Ernst-Ludwig-Saal rasch an Schwung auf und bleibt witzig bis zum letzten Satz. Kein Wunder, wenn eine Familie wie die Slaters den 35. Hochzeitstag so verbringen möchte, wie einst die Flitterwochen - damals am Mittelmeer. Schließlich sind alle gealtert, neue Familienmitglieder hinzugekommen. Auch die oft besuchte Bar ist nicht mehr. Die Großmutter leidet an Demenz, das Jubelpaar Harry (Walter Wesch) und Muriel (Karla Bachmann) an so ziemlich allen Vorurteilen. Was da so alles aufs Tapet gebracht wird, oft eben noch durch die Ulkigkeit der grandios von Sylvia Sadlon-Richter gespielten Großmama gesteigert, animiert das Publikum zu stetem Gelächter bis hin zu Gebrüll.

Ihre Spleens würzen das lustige Verwirrspiel um Tochter Paula (Nadine Zielke) und Schwiegersohn Gerald (Hans-Jürgen Schwarz) sowie Sohn Tom (Winfried Hess) und dessen Gattin Georgina. Letztere spielt kaum eine Rolle, dafür schafft Tom Ersatz, in dem er sich mit ,,Mausi" Miranda (Helga Schindewolf) amüsiert. Größere Sorgen als diese Liaison ,,mit der gelben Frau" bereitet den Eltern Paula, die zum Hochzeitstag verkündet, dass sie sich von ihrem Gerald trennen wird. ,,Nur über meine Leiche", bestimmt ein Walter Wesch, der den sichtbar getroffenen Vater Harry überzeugend und urkomisch rüberbringt. Er will sich sein Fest nicht vermasseln lassen, will es partout ,,nach Zeitplan" durchziehen. Das lassen aber weder die Umstände, noch die Vorurteile zu: Denken doch Muriel und Harry, dass Gerald, der fragwürdige rosa Hemden trägt, Paula betrügt. Als dann auch noch Paulas Geliebter (Hans-Joachim Spika) angeflogen kommt, ist die auch beim Publikum so geliebte Aufregung perfekt. Er bezirzt sämtliche Damen mit demselben Rosenstrauß, und lässt Gerald

wie einen begossenen Pudel erscheinen. Doch der stellt klar: ,,Ich kaufe mir immer weiße Hemden, die werden aber alle in der Waschmaschine rosarot." Schließlich stellt sich Julian als Schwerenöter heraus, die Oma verscheucht ihn als Einbrecher, und alles wird gut: ,,Wie immer", finden Rainer und Bärbel Eckert aus Seeheim das Spiel der Laien ,,sehr schön". ,,Die Oma war toll", sagen sie. ,,Da hätten wir was verpasst", urteilt ein anderes Paar. ,,Super", ist auch der erste Gedanke von Hilde Kompa und ihrer Tochter Martina Kompa-Weiß nach dem Theaterstück, und: ,,Wir sind hier Stammgäste."