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PRESSESTIMME  - Hüttenzauber - eine (fast) kriminelle Komödie (Heidi Mager)
 

 



 

Darmstädter Echo 24.01.2011: "Leiche in der Sauna drückt die Stimmung"| Von Sibylle Maxheimer
Theater: Frankenstein-Bühne erheitert das Publikum mit einem kriminell-lasziven „Hüttenzauber“

Es beginnt grotesk und bleibt es bis zum Schluss: Manfred braucht für seine Wehwehchen Tropfen, Pillen, Salben. Genervt muss er bei der Waldwanderung immerzu auf seine lahme Gattin Petra warten, der er vorauseilt. Kein Wunder, muss sie ihm doch schwere Koffer und unförmige Taschen hinterher tragen, die das Paar braucht, um Silvester auf einer Jagdhütte, fernab der Zivilisation, zu feiern.

Rasch gelingt es Regisseurin Gabriele Schmidt mit dem ulkigen Stück „Hüttenzauber“ von Heidi Mager das Publikum zu begeistern. Der Eberstädter Ernst-Ludwig-Saal ist gut gefüllt, die Gäste freuen sich auf die Laienschauspieler der Frankenstein-Bühne, die 2011 zehnjähriges Bühnenjubiläum feiern. Rundherum zieren Großfotografien aus vergangener Spielzeit die Wände im Saal. Mit Wein und Brezel erleben die Zuschauer einen vergnüglichen Abend, an dem sie über allerhand Verrücktes lauthals lachen.

Schon der verzweifelt im Wald stehende, unendlich genervte Manfred treibt dem Publikum Tränen in die Augen. Denn Wilfried Schwinn spielt diesen missmutigen Kerl mit sehr viel Verve,


wobei immer auch eine Extraportion Schadenfreude mitschwingt, die beim Zuschauer heftige Gefühle hervorruft. Petra, die Karla Bachmann ebenso gekonnt diesem Ekel von Mann gegenüberstellt, kitzelt das Publikum mit Bemerkungen und Mimik nicht weniger heraus.
Lammfromm schwärmt sie ihrem Manfred von einem offenen Kamin sowie romantischen Stunden vor. So weit wird's wohl nicht kommen, denken sich anfänglich schon die meisten im Saal, womit sie Recht behalten werden. Die sowieso nie da gewesene Ruhe wird plump von Petras Bruder Kurt (Hans-Jürgen Schwarz) gestört, dann von einer jagdwütigen Jägerin (Doris Schwarz) sowie durch weitere nicht gerade konfliktscheue Menschen.

Das sich so entwickelnde Chaos passt perfekt zu den aufgeregten Charakteren des komödiantischen Stücks: Hier ein hypochondrischer Manfred und ein draufgängerischer Rolf Kaiser, den Walter Wesch sichtlich mit Spaß und Hinterlist auf die Bühne zwingt, dort ein
durchtriebener Kurt, der nur an seine Vorteile denkt sowie die leicht hysterische Petra, die plötzlich Verbrecherpotenzial
aufweist. Klarheit bringt schlussendlich die resolute Verena Kaiser (Sylvia Sadlon-Richter) ins Spiel, die mit ihrem Auftritt in der Hütte meint, ihren Gatten in prekärer Lage mit Sekretärin Trost zu erwischen. Letztere verkörpert Yvonne Raftopoulo derart perfekt blöde und naiv, dass sie - obwohl zum ersten Mal mit dabei - die Laiengruppe enorm bereichert.

Es ist zum Piepen, wie sie die unerfahrene, sexmuffelige Dame mimt, dabei bis zum Anschlag schielt, ihre staksigen Beine grätscht - die willenlos Besoffene gibt. Aber auch alle anderen Spieler, darunter der verliebte Franzose Jean-Jacques (Hans-Joachim Spika) sowie die Flitterwöchner Volker (Winfried Hess) und Silvia Müller (Nadine Zielke) tragen zum Gelingen von „Hüttenzauber“ bei.
Das Publikum ist erleichtert, dass am Ende alles gut ausgeht. Denn die Leiche in der Sauna der recht behaglichen Hütte mit Kamin und Fellen drückte denn doch auf die Stimmung.

„Ich hab' Tränen gelacht“, bekundet eine Zuschauerin. Die Eberstädterin Hanne Werner sagt: „Ich habe alle Stücke der Frankenstein-Bühne gesehen. Alle waren witzig und sehr amüsant.“