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Porträt unserer Regiesseurin Gabriele Schmidt

 



 

Darmstädter Echo 19.01.2012: "Glücksgefühle, wenn es Applaus gibt"| Von Egbert Braun
Porträt - Mit Hartnäckigkeit und Engagement am Werk: Regiesseurin Gabriele Schmidt von der Frankenstein-Bühne

Es ist die zwölfte Inszenierung der Laienspielgruppe, die im Jahr 2000 zusammenfand und sich im Repertoire festgelegt hat. Lustig soll es zugehen, deshalb ist man auf Komödien, Lokalpossen und Lustspiele spezialisiert. „Wer Klassiker sehen will, wird im Staatstheater oder bei der Neuen Bühne ja bestens bedient“, sagt Gabriele Schmidt, die Regisseurin. „Wir wollen Freude bereiten, die Zuschauer lachen sehen.“
Die Amateure haben langjährige Erfahrung und sind begeistert fürs Theaterspielen. Mit ihrem ersten Stück „Dumm gelaafe“ (Love-Jogging) von Derek Benfield hatten sie gleich großen Erfolg. „Den schmucken, volkstümlichen Ernst-Ludwig-Saal als festen Aufführungsort bekommen zu haben, war natürlich auch mächtiges Glück“, sagt die Einundfünfzigjährige.

Die Liebe zum Theater hat die geborene Griesheimerin schon früh verspürt. Von der Patentante mitgenommen ins Staatstheater, träumte sie sich bei Märchenaufführungen in eine Welt von Königen, Hexen und verwunschenen Prinzen. Vor dem Fernsehgerät konnte sie nicht genug bekommen von der Augsburger Puppenkiste, dem Kaspar, später vom Ohnesorg-Theater.
Ihr Traum, selbst auf der Bühne zu stehen,

sollte sich erst später erfüllen: 1990, im Alter von 30 Jahren, fand sich in Bickenbach eine Laienspielgruppe zusammen. Zuerst trat sie als Schauspielerin auf, war dann Assistentin des Regisseurs, zum Schluss führte sie allein Regie. „Hier sind sie richtig!“ ist Schmidts 20. Inszenierung. „Stücke in Szene zu setzen finde ich noch reizvoller als das Schauspielern selbst, weil man in alle Rollen schlüpfen, alle Rollen spielen muss“, sagt sie. Als die Bickenbacher Gruppe auseinanderbrach, fanden Schmidt und acht der Mimen eine neue Heimat in Eberstadt. Mit dazu beigetragen hat auch, dass sie und viele Darsteller schon lange dort wohnen.
Die dreizehnköpfige Schauspieltruppe kommt bestens miteinander aus. Gemeinsam sucht man Stücke aus, verteilt Rollen, schneidert Kostüme und meistert vielfältige Aufgaben wie Bühnenbild, Kulissenbau und Werbung. Manche Stücke werden umgeschrieben, um Rollen erweitert, weil man auch Lokalkolorit bieten möchte.
Gabriele Schmidt ist eine strenge und manchmal auch penible Regisseurin. „Ich bin erst zufrieden, wenn die Szenen hundertprozentig sitzen. Solange wird geprobt “, sagt sie. „Für diese Hartnäckigkeit und ihr Engagement lieben



wir sie aber“, kommentiert Silvia Sadlon-Richter, eine der Darstellerinnen.

Jedes Jahr führen die Mimen ein neues Stück auf. „Da muss das Rollenbuchteam schon 15 bis 20 Texte lesen, bis ein passender dabei ist“, erzählt Schmidt. Das geschieht im Juni, Juli. Nach Auswahl und Rollenverteilung steht dem Einstudieren nichts mehr im Weg. Dazu kommt die Gruppe ab September zweimal in der Woche abends im Ernst-Ludwig-Saal zusammen.
Viel Begeisterung und Zeitaufwand sind Voraussetzungen für die Erfolge. Gabriele Schmidt ist berufstätig, hat Familie und neben der Regie kürzlich den Vorsitz der Frankenstein-Bühne übernommen. Wie bringt sie das alles unter einen Hut? „Die Leidenschaft fürs Theater treibt mich an und meine Familie unterstützt mich, wo sie nur kann“, antwortet sie. Ihr Ehemann steht bei den Aufführungen im Foyer des Saals mit an der Sektbar – und ist einer der ersten Gratulanten, wenn es mal wieder gut geklappt hat. „Braust der Applaus auf, dann muss ich tief atmen vor Glück“, sagt Gabriele Schmidt. Dann freue man sich schon darauf, ein neues Stück aussuchen zu können.